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Soshisha Das Zentrum für die Minamatakrankheit Stimmen aus Minamata |
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Stimmen aus MinamataIwamoto Hiroki*: Die Wahrheit war bekanntDer Kampf der Fischer von ShiranuiEs gibt den Fischereiverband der Präfektur Kumamoto, ein Zusammenschluss verschiedener Fischereigewerkschaften in der Präfektur Kumamoto. Dieser Verband beschloss nun, dass etwas unternommen werden müsse. Da damals aber nur der Fischereiverband von Minamata mit Chisso direkt verhandelte, hat sich der Präfekturale Verband nicht daran beteiligt.Indessen war das Shiranuimeer längst zum Fischfriedhof verkommen. Bei den ersten Verhandlungen mit Chisso am 7. Oktober 1959 unter Leitung des Fischereiverbandes Kumamoto, waren etwa 2000 Fischer der Shiranuiküste in die Versammlungshalle in Minamata zu einer Massenversammlung eingetroffen. Sie forderten von Chisso den sofortigen Stopp des Einleitens von Abwässern ins Meer, während Chisso den Leuten den Empfang zu verweigern versuchte. Aber ich kann mich gut daran erinnern, dass der Fischereiverband an diesem Tag mit Chisso in der Gruppe verhandeln sollte. Da Kollektivverhandlungen aber nicht möglich waren, diskutierte man daher untereinander im Fischereiverband. Am 11. November gab es einen Aufstand unter den Fischern. An diesem Tag sollte nämlich eine Untersuchungskommission des Parlamentes nach Minamata kommen und eine Gruppe mit einem Bittgesuch wartete deshalb auf sie. Sie wollte endlich erreichen, dass Chisso das Ableiten der Abwässer einstelle. Sollte dies nicht geschehen, würde dies zur völligen Zerstörung des Shiranuimeeres führen und die Existenzgrundlage aller dort ansässigen Fischer und deren Familien, etwa 20-30.000 Menschen, vernichten. Die Menschen waren wirklich außer sich vor Wut. Also hielten sie nochmals ein Treffen ab und beschlossen, nochmals mit Chisso zu verhandeln. Der damalige Wortführer war der leider schon verstorbene Gewerkschaftsführer Herr Takezaki, danach war es Herr Tanaka aus Tannoura. (Auch er ist schon verstorben.) Letztes Jahr habe ich endlich wieder Herrn Kuwabara aus Hinoshima getroffen. Früher war er auch an den maßgeblich an den Verhandlungen mit Chisso beteiligt. Bei diesem Treffen richteten wir endlich unsere Bittgesuche an die Abgeordneten des Parlamentes, vier Mitglieder der Regierung, als auch der Opposition. Darunter war auch eine weibliche Abgeordnete. Sie besuchten die Minamatapatienten im städtischen Krankenhaus und danach berichteten die Fischer über ihre Notlage. Außerdem gab es einen Protestmarsch vor das Haupttor des Chissogeländes, wo die Fischer nach kollektiven Verhandlungen und Einlass verlangten. Wie vorauszusehen war, wurden bewaffnete Polizeieinheiten der Präfekturpolizei mobilgemacht. Bis zum Abend randalierten einige der Demonstranten. Aber obwohl die Angestellten von Chisso das Tor verteidigten, gelang es den Fischern schließlich doch, in das Gelände einzudringen, wobei auch einige Einrichtungen der Firma zerstört wurden. Damals war ich in der Fischereigewerkschaft von Yunoura. Sicherlich wissen einige von Ihnen, dass Herr Torii zwar schon älter war, aber dennoch immer noch der Vorsitzende der Fischereigewerkschaft, sowie Ortsvorsteher war. Er war ein sehr sanftmütiger Mensch und wollte auch nicht unbedingt, dass die Fischer einen Aufstand machten. (Auch ich war an den Unruhen beteiligt, wenn auch nicht an vorderster Front.) Aber da der agile Vorsitzende des Fischereiverbandes von Ashikita an vorderster Front war, waren auch die Meisten aus Ashikita und Tanoura vorne mit dabei. Unter den 55 Verhafteten befanden sich daher auch viele aus diesen Orten. Tja, auch so etwas kam vor. Über den Verlauf der Fischeraufstände lässt sich sagen, dass dabei ein Schmerzensgeld von 35 Millionen Yen dabei heraussprang, sowie ein Fonds von 65 Millionen Yen. Etwa 10 Millionen Yen sind für die demolierte Einrichtung von Chisso gleich wieder abgezogen worden, so dass am Ende 90 Millionen Yen ausbezahlt worden sind. Dieses Schmerzensgeld betrug - Chisso hat wirklich ganze Arbeit geleistet - gerade mal 2-300.000 Yen und wurde nur an anerkannte Patienten gezahlt. Zwar war das Geld zu der Zeit mehr wert, aber dennoch konnte niemand von dieser Summe leben. Dies war in jeder Familie der Fall. Das wichtigste, was ich gelernt habe ist, dass man um sein eigenes Leben kämpfen muss! Ich konnte keine Fische mehr fangen und je mehr man sich beschwerte, desto schwieriger wurde es, den Fisch zu verkaufen. Mein Leben wurde immer schwieriger. Im Falle von Yunoura war es so, dass mir seitens des Frauenvereins eine regelrechte Kälte entgegengeschlagen ist. Bis jetzt bedeutete die Stadt für die Fischerfamilien aus Messhima die Sicherung ihres Lebensunterhaltes. Das war wirklich hart, aber jetzt ist diese Notlage eben eingetreten. Nur weil wir uns beschwert haben, konnten wir keinen Fisch mehr verkaufen, wir lebten wirklich von der Hand in den Mund. Seitens der Fischer kann man noch etwas erwähnen, allerdings weiß ich es nicht mehr so genau. Wie ich bereits erwähnt habe, hatten wir Fischer nichts zu essen, und so kam es, dass einige von uns im November 1959 in der Gegend von Tsushima Tintenfische fangen konnten, woraufhin eine Untersuchungsgruppe entsandt wurde. Mit einem "Spielzeugboot" (das Ding hatte höchstens 5-6 PS) fuhren die Vertreter von 3-4 Fischereiverbänden hinaus. Das war im Winter und sie berichteten ihre Ergebnisse den Gewerkschaften. Für Leute, die nicht an die strenge Kälte im Winter gewöhnt sind, ist das sehr hart. So ging das etwa zwei Jahre lang, die hohen Wellen machten dem kleinen Boot zu schaffen und letztendlich wurde der Fang von Tintenfischen aufgegeben. Das ist bislang noch nicht in den Archiven über die Minamatakrankheit gedruckt worden. Ich wollte Sie hiermit wissen lassen, auf welche Weise das Shiranuimeer von uns Fischern im Stich gelassen worden ist. |
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