Soshisha
Das Zentrum fE die Minamatakrankheit
Stimmen aus Minamata



Home
Wir Eer uns
Das Projekt
10 Fakten Eer Minamata
Ausstellung
Stimmen aus Minamata
Vom Traum zur Wirklichkeit
Umweltkonferenz Stockholm'72
BEher und Videokassetten
Impressum

Stimmen aus Minamata

Iwamoto Hiroki*: Die Wahrheit war bekannt

Die Bittgesuche zur Anerkennung von Minamatapatienten

Ab dem Jahr 1961/62 konnten Menschen mit körperlichen Beschwerden, die sich nicht sicher waren, ob sie wirklich an der Minamatakrankheit leiden, ein Bittgesuch an die Präfektur richten und sich ärztlich untersuchen lassen. Auch in unserem Dorf wurde darEer diskutiert, ob man Anträge stellen sollte, oder nicht. Aber wie ich bereits erwähnt habe, war es so, dass es den Fischern um so schlechter ging, desto mehr sie sich beschwerten und so wurde schließlich beschlossen, dass die Mitglieder des Fischereiverbandes nichts unternehmen sollten.

So ging das noch eine ganze Weile lang, bis ich schließlich im Jahr 1965 Vorstandsmitglied der Fischergewerkschaft von Yunoura wurde.

Ein paar Jahre später, etwa um 1972 herum, wohnten in der Stadt Nago bei Izfoot_bl, der heutigen Stadt Sfoot_blyoshi, 2 BrEer meiner Frau. Der älteste Bruder war Vorsitzender der örtlichen Fischereigewerkschaft. Dort gab es einen Mann namens S, ein Zwischenhändler, der an ähnlichen Symptomen wie der Minamatakrankheit litt und ins städtische Krankenhaus von Minamata eingeliefert worden war. Falls sich herausstellen wEde, dass er wirklich an Minamatakrankheit leiden wEde, wäre das schlecht fE den Fischverkauf und deshalb wurde er von den Gewerkschaftsmitgliedern wieder nach Hause gebracht. Dort starb er.

Nun hatte man ein Problem, denn er litt tatsächlich an der Minamatakrankheit. Man suchte nach den Verantwortlichen bei der Gewerkschaft und auf den Vorstand kamen harte Zeiten zu. Der ältere Bruder meiner Frau riet schließlich dazu, nächstes Mal, wenn jemand körperliche Beschwerden hätte, sofort einen Antrag zu stellen, damit nicht noch einmal so etwas schlimmes passieren wEde.

Anfang 1972 meldete ich mich auf einem Treffen zu Wort und erklärte, dass es auch in Messhima viele Betroffene gäbe. Dies war vorher 2-3 Mal von der Gewerkschaft verschleiert worden. Einige Leute hatten aber trotzdem Anträge gestellt und entschuldigten sich dafE bei der Gewerkschaft.

Es gab wirklich schwere Leiden und auch mein Vater konnte nicht mehr selbständig seine Sandalen anziehen und war von der HEte abwärts gelähmt. Aber da ich im Vorstand war, stellte auch ich keine Anträge, doch fElte ich mich meinen Eltern gegenEer schuldig.

Aber ein Jahr später, als es in Messhima immer mehr Kranke gab, rang man sich endlich dazu durch, sich untersuchen zu lassen und Anträge zu stellen. Messhima war relativ frE dran und da so viele Leute gleichzeitig ihre Anträge gestellt hatten, wurden sehr viele als Patient anerkannt. Da die Lebensbedingungen in unserem Weiler fE alle nahezu gleich waren, war es seit jeher so, dass man sich gegenseitig half und verglichen mit anderen Gebieten, gab es kaum Ele Nachreden der Nicht-Betroffenen.

weiter ...

Seite Zurück Weiter Kapitel Zurück Home
BeckSW Web Design by Beck Datentechnik