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Soshisha Das Zentrum für die Minamatakrankheit Stimmen aus Minamata |
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Stimmen aus MinamataIwamoto Hiroki*: Die Wahrheit war bekanntDas Vertuschen der Minamatakrankheit seitens der RegierungIch kann mich noch an verschiedene Situationen damals, kurz nach Ausbruch der Minamatakrankheit erinnern und möchte Ihnen daher ein paar, wie ich finde wichtige, Ereignisse schildern.Zunächst erzähle ich Ihnen von Herrn Kawamoto, der im Jahr 1971 ein ganzes Jahr lang vor der Hauptverwaltung von Chisso in den Sitzstreik getreten war. Dort wurde er von Angestellten von Chisso wegen Rechtsbruchs verklagt und musste vor das Bezirksgericht von Tokyo, wo er für schuldig befunden wurde. Er ging am nächsten Tag sofort in Berufung und verklagte seinerseits den Direktor von Chisso. Da es eine schriftliche Fassung des Urteils des Obersten Gerichtshofes gibt, kann man darin gut nachlesen, wie die Verantwortung damals im Land geregelt worden ist. Das Urteil lautete auf "Abweisung der öffentlichen Klage". Der Oberste Gerichtshof in Tokio befand den Staatsanwalt des "Missbrauchs des Rechtes zur öffentlichen Anklage" für schuldig. Im Urteilstext steht der Grund für die Abweisung der Klage: "Vor dem Hintergrund der Gleichbehandlung ist dies eine diskriminierende Strafverfolgung des angeklagten Unternehmens, da einseitig Partei ergriffen worden ist." Weiterhin gibt der Text des Urteils keinen Aufschluss über die Haltung der öffentlichen Gewalt zu der Tatsache, dass seit der Phase, als man von einer seltsamen Krankheit sprach, 15 Jahre vergangen sind in denen immer noch Abwässer abgeleitet worden sind und man die Sache auf sich beruhen lassen hat. Im Zuge der gründlichen, wissenschaftlichen Ursachenforschung einer Forschungsgruppe der Universität Kumamoto, hätten sowohl die Hauptpolizeiverwaltung der Präfektur Kumamoto, als auch die Staatsanwaltschaft und Staatsanwälte, wenn sie denn nur gewollt hätten, das Gesetz zur Sicherheit von Meeresprodukten, sowie die im selben Gesetz festgelegten Richtlinien zur Fischerei in der Präfektur Kumamoto, sowie Gesetze zu Fabrikabwässern, das Fischereigesetz, das Lebensmittelhygienegesetz und andere, von irgendwelchen Fürsprechern erdachte Kontrollmaßnahmen anwenden können, um die Angeklagten bestrafen und können und weitere Opfer zu verhindern. Aber ich habe weder solche Maßnamen noch Ergebnisse gesehen, wirklich schade! Man kann das Versagen der Verwaltung zu nicht oft genug kritisieren und man darf ruhig sagen, dass so gesehen das Land und die Präfektur eine Hälfte der Verantwortung tragen. Der Staat duldete die Produktion von Acetaldehyd, (der Grund, für das Ableiten der quecksilberverseuchten Abwässer durch Chisso) und vom Standpunkt der Opfer aus gesehen gehört nicht nur Chisso, sondern auch der Staat angeklagt. Über die Anklage gegen die von den Direktoren begangene fahrlässige Tötung hieß es: "Etwa von Juli 1958 bis August 1959 wurden fahrlässig Abwässer ins Meer geleitet, damals gab es keine Anklage unter der Voraussetzung, dass dies schnell behoben werden würde, da aber auch nach fast 10 Jahren die Gelegenheit, das Abwasser und somit die Verschmutzung durch Quecksilber abzustellen, nicht genutzt worden ist, tritt somit bedauerlicherweise die Untersuchung in Kraft. Für die Fischer, die den Abwasserstopp forderten und sich deshalb zum Protest erhoben hatten, waren der Prozess und die Strafe schnell und gerechtfertigt." Ich denke, dass dies den Kern der Sache trifft und deshalb habe ich es Ihnen hier aufgeschrieben und so wurde es auch bei Gericht beschlossen. Eines möchte ich noch hinzufügen: Ich glaube, dass einer der Gründe für das Urteil wegen fahrlässiger Tötung gegen den leitenden Geschäftsführer, Herrn Yoshioka und gegen den Leiter der Fabrik, Herrn Nishida die damaligen (= Jahr 1959) Experimente mit Katzen durch den Chef des Hosokawa-Krankenhauses war. Im Schlamm der Bucht von Minamata befand sich lauter Futter, dass von den Katzen gefressen wurde und innerhalb eines Monats wurden diese Katzen dann krank. Chisso wusste über diese Dinge Bescheid, aber nach zwei Experimenten befahlen sie, diese sofort einzustellen. Natürlich wussten sie alles, aber sie hörten trotzdem nicht vor 1968 damit auf, die Abwässer ins Meer zu leiten. Die Regierung stellte erst 1968 offiziell fest, dass Fabrikabwässer der Grund für die Verschmutzungen in Minamata und Niigata waren. Meiner Meinung nach waren diese 10 Jahre - um es mit eigenen Worten auszudrücken, "das Zeitalter des Vertuschens der Minamatakrankheit". |
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