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Soshisha Das Zentrum für die Minamatakrankheit Stimmen aus Minamata |
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Stimmen aus MinamataIwamoto Hiroki*: Die Wahrheit war bekanntChisso wusste esIch bin wohl etwas vom Thema abgekommen, aber die wussten die ganze Zeit Dinge wie: "Durch die Abwässer sterben vielleicht Menschen" oder "Die Katzen sind schon gestorben, jetzt sterben vielleicht auch noch die Leute", weil ja auch vorher schon eine Menge gestorben sind. Deshalb kam wohl der bedingte Vorsatz ("Dolus eventualis") zur Anwendung. Es ist ein Verbrechen, dass sie weiterhin Gift ins Meer leiteten, obwohl es recht wahrscheinlich war, dass Menschen daran sterben könnten, aber sie dachten wohl, dass ja nicht unbedingt welche daran sterben müssen.Wie bereits erwähnt, wurden 1958/59 Experimente an Katzen durchgeführt, von denen Chisso wusste. Damals war Chisso eine hervorragende Firma und zog die besten Absolventen und Wissenschaftler des Landes an. Ein Job bei Chisso war damals sogar erstrebenswerter, als eine Beamtenkarriere. Doch es waren diese Leute, die bewusst das Gift ins Meer geleitet haben. Die Tatsache, dass die Minamatakrankheit von Chisso verursacht worden war, ist bis 1968, als offiziell bekannt gegeben wurde, dass es sich um eine Umweltkatastrophe handelte, vertuscht worden. In dem Jahrzehnt vor der offiziellen Bekanntmachung der Minamatakrankheit (in Minamata verursacht durch Chisso, in Niigata durch Showa Denko) sind viele Probleme entstanden. Es würde viel zu lange dauern, jedes einzelne Ereignis zu beschreiben, aber das Wichtigste war meiner Meinung nach, dass eine Forschungsgruppe der Universität Kumamoto bereits 1958 mit der Forschung anfing, und ein Jahr später feststellte, dass "die abgeleiteten Abwässer der Chisso-Fabrik die Ursache der Minamatakrankheit sind". Damals gab es das Umweltministerium noch nicht und deshalb nahm sich das Gesundheitsministerium der Sache an. Allerdings bekam dieses angeblich Druck vom MITI (= Ministry of International Trade and Industry) und es wurde versucht, eine Veröffentlichung der Ergebnisse aus Kumamoto zu verhindern. Beispielsweise wurde die "Untersuchungskommission zur Lebensmittelvergiftung durch Minamatakrankheit" aufgelöst, ehe sie den Bericht über Chisso veröffentlichen konnte. Weiterhin hieß es: "Bislang wurde viel geforscht, aber da die Ergebnisse nicht den Wünschen des Ministeriums entsprechen, wird die Forschung nun eingestellt." Es gab noch weitere Aktionen, mit denen man versucht hatte, zu vertuschen, dass Fabrikabwässer die Ursache für den Ausbruch Minamatakrankheit gewesen sind. Im Falle von Showa Denko in Niigata kann ich nicht genau sagen, in wie weit man dort absichtlich Abwässer abgeleitet hatte, aber auch dort wurde bis 1964 die Existenz der Minamatakrankheit angezweifelt. Da in Minamata bereits 1953 die ersten Patienten auftauchten, hat es über 10 Jahre gedauert, bis dies bestätigt worden ist. Vom bestätigten Auftauchen der Patienten 1964 bis zum Stopp der Acetaldehydproduktion 1965 verging 1 Jahr! Showa Denko produzierte pro Monat etwa 1500 Tonnen und in Niigata verlief alles entsprechend schnell. Chisso bestätigte erst 1968, dass es ein Umweltproblem gäbe und erst danach stellte man die Produktion von Acetaldehyd ein. In den vergangenen 10 Jahren dagegen hatte man alles versucht, die Minamatakrankheit zu verheimlichen und die Abwässer einfach weiter ins Meer geleitet. Ich denke, daran kann man sehen, wie unmoralisch die sich verhalten haben. Die Regierung hat dies alles zugelassen, und das Urteil gegen Kawamoto durch den Obersten Gerichtshof in Tokio hat deutlich gezeigt, wie mit Verantwortung umgegangen wird. |
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