Soshisha
Das Zentrum für die Minamatakrankheit
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3. Ikoma Hideo: Jetzt bekomme ich meine Jugend wieder

Als die Krankheit ausbrach

Am 11. August 1958 hatte ich die Gewissheit: Ich habe die Minamatakrankheit. Damals wohnte ich in einem Haus in Modo mit Blick auf die Bucht von Fukuro. Bereits im Juli bemerkte ich erste Anzeichen der Krankheit. Ich war sportbegeistert und ein guter Tischtennisspieler. Doch auf einmal konnte ich den Ball nicht mehr erkennen. Was ist das denn? Was ist mit mir los?, fragte ich mich. Ab da ging es los.

Einmal mähte ich das Gras und rodete das Gebüsch auf dem Berg, wo unsere Schule stand. Morgens schärfte ich gründlich das Beil, gegen Mittag war ich dann mit der Arbeit fertig. Da es sehr heiß war, aßen wir alle ein Eis. Aber als ich 2 3 Mal am Eis geleckt hatte, kleckerte ich auf mein Hemd und auf das Gesicht eines schlafenden Kameraden. Dieser wurde wütend: Pass doch auf, wo du mit deinem Eis hinkommst! Entschuldige, das war doch keine Absicht. Lass mal sehen, ich machs auch weg., antwortete ich und versuchte, mit der Hemdnadel das Eis wegzukratzen. Ne, lass mal lieber, du siehst müde aus. Geh doch nach Hause und leg dich hin. So ging ich also nach Hause und legte mich aufs Ohr. Ich muss sehr lange geschlafen haben, als ich aufwachte, war die Partie um den Mund herum gelähmt und mein Vater erzählte mir später, dass ich nur unverständliche Worte hervorgebracht hätte. Ich ging sofort zu unserem Arzt, Herrn Ichikawa.

Ich dachte, dass ich völlig normal sprechen würde, aber die anderen Leute meinten, dass sie nur unverständliche Laute vernommen hätten. Dr. Ichikawa fand nichts bei der Untersuchung. Ich gab ihm eine Wassermelone, worauf er mich an das Firmenhospital überwies. Ja, so eine Sorte Mensch war er. (A.d.Ü.: Melonen sind in Japan sehr teuer und daher beliebte Geschenke.) Aber auch in der Klinik konnten sie nichts feststellen und so ging ich schließlich zum städtischen Krankenhaus in Minamata. Zwar hatte ich kein Geld, aber es half nichts, ich musste trotzdem dorthin. Am 11. August wurde ich von Forschern der Uni Kumamoto untersucht. Der Vater von Tanaka Miko, einer Freundin, kam auch mit und untersuchte mich. Ich kann nicht sicher sagen, ob diese Krankheit heilbar ist. Daraufhin fuhren wir zur Uniklinik Kumamoto. Ich brauchte mich noch nicht einmal umzuziehen, hätte aber eh nichts zum Wechseln dabei gehabt. Als die Sommerferien vorbei waren, holte mein Vater mich ab und wir fuhren wieder nach Hause. Aber danach wurde es ganz furchtbar.

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