Soshisha
Das Zentrum für die Minamatakrankheit
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3. Ikoma Hideo: Jetzt bekomme ich meine Jugend wieder

Die Ärzte

Als ich arbeitete machten mir die häufigen Arztbesuche am meisten Sorgen - was sollte ich den Kollegen auf die Dauer sagen? Vor Anspannung begann ich zu zittern. Die Ärzte in Osaka kannten die Minamatakrankheit nur dem Namen nach, daher hatte ich auch nicht viel Lust, zur Untersuchung zu gehen. Ich ging daher selber zur Apotheke und kaufte mir Medikamente. Auch nach meinem Umzug nach Nara war das oft so. Schließlich erzählte ich es der Frau, die mir immer das Essen kochte. Sie hatte sich schon gewundert, warum ich manchmal nichts essen konnte und bot an, mit mir zusammen ins Krankenhaus zu gehen und niemandem etwas zu sagen.

Der Arzt war etwas überrascht, dass ich zu ihm kam, denn von der Minamatakrankheit hörte er zum ersten Mal. Die Frau bat ihn, es niemandem weiterzusagen, danach verlief das Gespräch viel entspannter. Ich werde sie nie vergessen!

Während ich in Nara lebte und arbeitete, besuchte mich jemand von der Uni Kumamoto, um mich zu untersuchen. Wenn ich mich recht entsinne, war das noch vor den Olympischen Spielen in Tokyo. Allerdings kam er nicht direkt zu mir, sondern sprach erst mit dem Arzt und Bekannten. Danach wollte er es eventuell meinem Arbeitgeber berichten.

Er übernachtete in einem Ryokan (A.d.Ü. traditionelles, japanisches Gasthaus). Ich wusste nicht, woher er meine Adresse hatte, denn eigentlich sollte niemand wissen, dass ich in Nara bin und meinte, dass er mich nicht einfach so untersuchen könne und dass er mal etwas darüber nachdenken sollte. Als nicht Betroffene kann man leicht: Komm, lass dich endlich mal untersuchen!, sagen,. Für mich aber war das ein Problem, denn ich wollte durch meine Arbeit endlich die Minamatakrankheit vergessen. Er verweigerte sich aber meinem Wunsch, nicht untersucht zu werden und verlangte meine Rückkehr nach Minamata. Ich fragte ihn Wozu?, kam aber schließlich der Aufforderung nach. Allerdings verweigerte ich ein nochmaliges Kommen. Heute weiß ich auch nicht mehr so genau, warum, aber damals wollte ich einfach nicht. Ich hatte einfach genug.

Da meine Arbeit sehr hart war, hatte ich keine Zeit, mir eine Frau zu suchen. In meiner Freizeit hatte ich das zwar vor, aber habe mich dann doch nicht getraut, da ich befürchtete, plötzlich wieder einen Rückfall zu erleiden, was ja sehr unangenehm gewesen wäre. Sonntags gingen die anderen immer nach Osaka ins Kino, ich wollte insgeheim auch gerne mit, aber ließ es sein.

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